Auf den Spuren der Übersee: Wohnen im Kolonialstil

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Heutzutage ist der koloniale Einrichtungsstil immer weniger im eigenen Heim zu sehen, schade eigentlich. Dabei ist er so einfach und trotzdem ausdrucksstark, sodass er einen großen Unterschied zum modernen Einrichten hat. Hier verrate ich Euch, wie der Kolonialstil entstanden ist, was ihn so besonders macht und vor allem, wo die Gemeinsamkeiten zu unserem geliebten und allgegenwärtigen Landhausstil liegen! Also habt es nicht eilig und nehmt Euch einige Minuten, damit Ihr einen neuen Einrichtungsstil kennenlernt, der dunkle Naturelemente und exotischen Charme vereint. Vielleicht findet er ja seinen Platz bei Euch daheim…

Alles begann mit den Kolonien

Der Begriff „Kolonialismus“ wird meistens immer negativ konnotiert – wegen der Misshandlung von Menschen und Tieren, der Änderung einheimischer Lebensstandards und einer Unterdrückung durch die Regierung außerhalb Europas. Oftmals wird dabei das Leid der Menschen betont, als sie von Fremden dirigiert wurden. Das alles nahm seinen Lauf nachdem Christoph Kolumbus im 15. Jahrhundert Amerika entdeckte. So verbreiteten die europäischen Länder ihre Macht in der Übersee und bildeten eigene Kolonien. Dabei waren die Kontinente Amerika, Afrika und Asien von dieser Herrschaft betroffen. Dadurch wurden sämtliche Standards und Lebensstile geändert.

Es gab dennoch einiges, was altbewährt geblieben ist. Darunter fällt das einfache und schlichte Wohnen der damaligen Länder. Schon damals setzte man auf dunkle Möbel und natürliche Materialien und genau das zeichnete ihren Wohnstil aus. Mit der Kolonialisierung durch Europa wurden allerdings immer mehr kulturelle Einflüsse aufgegriffen. So entstand letztendlich eine Mischung aus dem dort bereits angetroffenen Wohnkonzept und einem Hauch von Exotismus: Der Beginn des kolonialen Einrichtungsstils.

Die Kennzeichen des kolonialen Wohnens

Wie im ersten Abschnitt angedeutet, kombiniert dieser Wohnstil kulturelle Aspekte von beispielsweise Afrika, Nord- und Südamerika und verbindet sie mit exotischem Flair. Diese stelle ich Euch nacheinander vor.

Hingucker in der Architektur

Selbst in architektonischer Hinsicht hat dieser Wohntrend einiges zu bieten. So ist es bemerkenswert, dass häufig Gebäude, die die koloniale Einrichtung vorweisen, hohe Decken und viel Platz haben. Das liegt daran, dass sich schon damals viele Menschen einen Wohnplatz teilen mussten und somit auf große Räume angewiesen waren. Die Fassaden sind geöffnet, denn früher hatte man nur selten Türen oder verglaste Fronten. Die Räume sind alle sehr hell gehalten und luftig. Eine harmonische und entspannte Atmosphäre entsteht dadurch auf jeden Fall.

Spezielle Möbel in der Inneneinrichtung

In der Epoche des Kolonialismus gab es natürlich noch keine Bauten aus Kunststoff oder ähnlichem. Es wurde das verwendet, was in großen Maßen vorhanden war: Naturmaterialien. Diese wurden dann zur Herstellung von Möbeln genutzt. Dabei steht an erster Stelle dunkles Holz. Ob ein Regal, ein Tisch oder derartiges – dunkles Holz ist in dieser Einrichtung einfach immer optimal. Auch Möbel aus Geflecht finden immer ihre Nutzung, insbesondere draußen. Im Schlafzimmer werden sogar Himmelbetten bevorzugt, nicht nur weil ihr Stoff und ihr Gestell dem Charakteristikum des Kolonialstils entsprechen, sondern auch weil diese dem Schutz vor Ungeziefer dienen. Immerhin sind die Räume einem permanenten Luftzug ausgesetzt.

Viel Wert auf zarte Dekoration legen

Exotische Muster, Verzierungen und Malereien sind typisch. Die asiatischen Blumenmuster oder die afrikanischen Ornamente schmücken hierbei das Ambiente enorm und sorgen für Schönheit und Gemütlichkeit. Auffällig ist hierbei, dass die Dekoration dezent gehalten ist und man sich auf eine Besonderheit fixiert. Man versucht, diese so konsequent wie möglich in der gesamten Einrichtung durchzusetzen. Gleicherweise ist es auch mit den Farben: Man geht zurückhaltend bei der Farbauswahl vor und verwendet nur eine oder zwei von ihnen.

Helle Leinen, Rattan und manchmal auch Leder lockern das Gesamtbild auf und sorgen für Freundlichkeit im Wohnraum. Es sollte nämlich kein finsterer Eindruck aufgrund der dunklen Möbel entstehen. Ganz raffiniert für die Dekoration im Kolonialstil sind auch Souvenirs aus aller Welt. Große Holzkoffer sind als Symbole für das Verreisen richtig beliebt und schaffen als Dekorationselemente den Eindruck einer abenteuerlichen Reise. Man denkt automatisch an das Erkunden und Entdecken der Welt. Wer es etwas moderner mag, kann sogar in passenden Bilderrahmen Fotos mit alten Bildern aufhängen, die die Epoche des Entstehens verdeutlichen.

Für den Bodenbelag, der meistens auch aus Holz oder Fliesen ist, kann man Teppiche aus Fell gut verwenden. Diese wirken nicht pompös und schick, sondern setzen dem kolonialen Charme wunderbare Akzente. Floristische Darstellungen werden durch exotische Pflanzen wie Palmen oder Orchideen verkörpert.

Und nun zum Landhausstil!

Vielleicht ist Euch bereits im Lesefluss ein Charakteristikum aufgefallen, der den Landhausstil ebenfalls auszeichnet. Es ist das Holz, auf Landhaussprache eher: Massivholz. Schön, natürlich und unbearbeitet so wie wir es lieben, markiert er auch den Kolonialstil. Der Bezug zur Natur wird hierbei sehr stark hervorgehoben, was beim Kolonialstil der gleiche Fall ist. Weitere stilistische Mittel wie Rattan oder Leder finden auch im Landhausstil ihren Platz – z.B. machen Lederaccessoires auf Sitzmöbeln einen verblüffenden und peppigen Eindruck. Rattan findet in einem helleren Wohnraum oder draußen auf der Terrasse seinen richtigen Platz.

Heiß begehrt bis heute

Auch wenn er jetzt weniger angewendet wird, zählt der koloniale Wohnstil neben dem Landhausstil zu den zehn gefragtesten Einrichtungsstilen weit und breit. Wegen seiner Schlichtheit und seiner überregionalen und multikulturellen Schönheit vereint er die Aspekte mehrerer Nationen und sorgt so für ein tolles Ambiente. Es wird ein Wohnraum geschaffen, in dem man sich sicher und geborgen fühlt. Da möchte man doch gerne länger verweilen, nicht wahr?

 – Euer Ingo

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